Selbstfahrgelegenheit
Grade habe ich 2 ziemlich coole Mitfahrgeschichten bei Unaufgefordert Online gefunden. Habt ihr mehr von diesen Geschichten, dann schreibt uns eine Mail an geschichten(a)mitfahr-blog.de
….Eine Viertelstunde. Seit gut einer Viertelstunde warten wir nun
schon. Wir, das sind ein wenig gesprächiger Schüler und ein ebenso wenig gesprächiger, weil dem Deutschen nicht mächtiger, Ägypter. Endlich biegt ein weißer Opel Corsa um die Ecke. Etwas klapprig das kleine Auto, das Nummernschild ist mit braunem Klebeband aufgeklebt. Schon steigt der Fahrer hektisch aus dem Wagen und kommt auf uns zu. »Wer von euch hat einen Führerschein?«, höre ich ihn fragen. Warum will er das wissen? Irritiert hebe ich die Hand. Großer Fehler, innerhalb weniger Augenblicke halte ich Autopapiere und Schlüssel in den Händen. Der Anbieter der Mitfahrgelegenheit erklärt uns jetzt tatsächlich, dass er auf keinen Fall nach Berlin fahren könne. Er behauptet, Abgeordneter der UN zu sein und kurzfristig ein Treffen in Genf zu haben, dass er auf gar keinen Fall verpassen könne. Hilflose Blicke zwischen den Mitreisenden.
Der Mann hält mir seinen UN-Mitarbeiterausweis vors Gesicht. Er glaubt doch nicht, dass ich ohne ihn nach Berlin fahre? Ich male mir aus, dass das Auto geklaut und der ganze Kofferraum voll illegaler Sachen ist. Die beiden anderen sehen das offensichtlich nicht so – klar, die müssen ja nicht fahren. Ich habe wohl keine Wahl. »Das Auto bringst du dann zu dieser Adresse, da wohnt mein Freund«, sagt der Mann, »und wenn was ist, dann ruf auf dieser Nummer hier an!« Noch nie bin ich so erschöpft und glücklich zugleich in Berlin angekommen. In den Kofferraum habe ich nie geschaut.
















